E-Mail von Dr. med. Carsten Rottmann
Dankeschön an das Demokratische Bürgerforum Homberg (Ohm)
Sehr geehrte Damen und Herren,
Das Thema „Parkplätze Hinter der Mauer“ in Homberg wurde mehrfach in der lokalen Presse aufgegriffen, nachdem durch dem Umzug meiner Praxis in die Kernstadt dort ein erheblicher Mehrbedarf an Parkraum entstanden ist.
Die Zunahme des Bedarfs für die Besucherinnen und Besucher meiner Praxis ist durch die Schließung der Praxen von Dr. Schnee und Dr. Ladwig entstanden, deren ehemaligen Patientinnen und Patienten ich ein hausärztliches Versorgungsangebot gemacht habe, welches dankbar und mit enormen Zuspruch angenommen wird.
Deshalb war ich gern der Einladung des Rathauses gefolgt, als man mir Unterstützung in Form von geeigneten Infrasturkturmaßnahmen für Umzug und Erweiterung meiner Hausarztpraxis anbot.
Es wurden mir von der Bürgermeisterin, dem Hauptamtsleiter und der Wirtschaftsförderin Baupläne für die Parkplätze „Hinter der Mauer“ präsentiert und man müsse nun die Finanzierung des Vorhabens vorantreiben. Dazu solle ich schriftlich versichern, dass meine Praxiserweiterung für einen nennenswerten Zeitraum Bestand haben würde, was ich auch tat.
Im Nachgang wurde ich dann nochmals vom Hauptamtsleiter und der Wirtschaftsförderin gebeten eine Art Brandbrief zu verfassen, in welchem ich die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Parkraumbeschaffung darlegen solle, um diese Argumente den politischen Gremien vorlegen zu können.
Mit Spannung erwartete ich also die Ergebnisse der Sitzung für die Haushaltsplanung und die Reaktionen auf meine Argumente.
Das Ergebnis der von der Bürgermeisterin sogenannten „engen Abstimmung“ mit mir und dem Apotheker im selben Haus ist hinlänglich bekannt: Es wurde ein Sperrvermerk im Haushalt verankert, der das faktische Aus für das Parkplatzprojekt für lämgere Zeit bedeutet.
Nun muss man in einer Demokratie freilich auch mit Entscheidungen leben, mit denen man nicht einverstanden ist.
Was mich aber wirklich ärgert ist, dass meine Argumente allein durch die Arbeit des Demokratischen Bürgerforums den gewählten Entscheidungsträgern zur Kenntnis gebracht wurden. Die Stadtverwaltung hat meinen Brandbrief jedenfalls niemanden in den politischen Gremien vorgelegt
Wie man im Rathaus einerseits wichtige Argumente zurückhält, sowie dort seitens der Rathauschefin einen Sperrvermerk für das Vorhaben bewirkt und andererseits in der Öffentlichkeit die Mär einer engen Abstimmung und dem frühzeitigen Setzen von Impulsen für die Erweiterung des Parkraums verbreiten kann, ist mir unbegreiflich.
Offenbar hat die Rathausspitze geglaubt oder darauf spekuliert, dass nun, da der Herr Dr. Rottmann treuherzig versichert hatte einen Mietvertrag für die Räume in der Frankfurter Straße für zehn Jahre unterschrieben zu haben, es hier keinen akuten Handlungsbedarf gebe. Schließlich ist die hausärztliche Versorgung an dieser Stelle ja für die nächste Dekade gesichert.
Da fällt es dann scheinbar auch nicht ins Gewicht, dass in der jetzt schon angespannten Parkraumsituation angeblich noch zwei weitere Stellplätze direkt vor der Apotheke und Arztpraxis in eine Freifläche für die Gastronomie umgwidmet werden sollen.
Deshalb bin ich Ihrer Wählergemeinschaft Demokratisches Bürgerforum Homberg und auch Frau Schlemmer von der Ökologischen Liste dankbar, dass Sie mit Eilanträgen in der Februar-Sitzung des Stadtverordnetenparlaments versucht haben, das notwendige Projekt noch auf den Weg zu bringen.
Sie haben verstanden, dass eine gut erreichbare und wohnortnahe hausärztliche Versorgung ein Grundpfleiler der Daseinsvorsorge ist. Es geht schließlich nicht um „meine Praxis“ sondern um die Homberger Bürgerinnen und Bürger, die Ihre Hausarztpraxis und Apotheke auch erreichen können müssen.
Dies wird in Zukunft immer wichtiger werden: alternde und damit mobilitätseingeschränkte Gesellschaft und eine ausgedünnte Hausärzteschaft sind eine Herausforderung für Gesellschaft, Politik und Medizin.
Wo in anderen Gemeinden bereits satte „Fangprämien“ für neue Hausärzte ausgelobt werden, haben die jetzt Verantwortlichen in Homberg offenbar den „Schuss noch nicht gehört“ und versagen die Umsetzung von Infrastrukturverbesserungen für die hausärztliche Versorgung.
Deshalb bedanke ich mich sehr beim Demokratischen Bürgerforum für Ihr politisches Engagement und wünsche Ihnen für Ihre zukünftige Arbeit viel Erfolg!
Dr. med. Carsten Rottmann
12. März 2026




